Pacific Jewel

Die Pacific Jewel an den White Bay-Anlegern in Sydney
Lloyd’s Register of Shipping
IMO 8521220
Die Pacific Jewel (dt. Pazifikjuwel) ist ein Kreuzfahrtschiff der britisch-amerikanischen Carnival Corporation & plc. Seit Ende 2009 ist es für die Marke P&O Cruises Australia bei der britischen Teilgesellschaft Carnival UK im Dienst. Sie fährt unter der Flagge Großbritanniens mit Heimathafen London, aber ihre Kreuzfahrten starten jeweils im australischen Brisbane.
Im deutschsprachigen Raum war das Schiff ab 2002 als A’Rosa Blu und von 2004 bis 2007 als AIDAblu bekannt. Im Jahr 1990 fertiggestellt, war sie das erste von zwei baugleichen Schiffen. Im Jahr 1991 folgte als zweites die heutige Pacific Dawn.

Ab 1984 verhandelte Sitmar Cruises (Società Italiana Trasporti Marittimi), ein Unternehmen der russischstämmigen Reeder-Familie Vlasov unter Boris Vlasov, mit der staatlichen italienischen Werft Fincantieri Cantieri Navali Italiani S.p.A. über den Bau zwei neuer Kreuzfahrtschiffe. Fincantieri war zwar mit acht Werften damals schon eines der bedeutendsten Schiffbauunternehmen in Europa, betrachtete die Pläne aber als große Chance und Herausforderung, nachdem seit der Eugenio C. für Costa Crociere im Jahr 1966 kein Passagierschiff mehr in Italien gebaut worden war. Sitmar Cruises setzte bis dahin vorwiegend umgebaute Frachtschiffe für Kreuzfahrten ein und fürchtete, im einsetzenden Wettrüsten der amerikanischen Wettbewerber Carnival Corporation und Royal Caribbean Cruise Line mit ihren speziell auf den boomenden Kreuzfahrtmarkt ausgerichteten und immer größeren Neubauten ins Hintertreffen zu geraten. Als sich die Verhandlungen durch Forderungen der Italienischen Regierung länger hinzogen, wurde die französische Werft Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire mit dem Bau der Sitmar FairMajesty für 153 Mio. US-Dollar bis Ende 1988 beauftragt. Für ein zweites Schiff vereinbarte man eine Option bis Ende 1986.
Die italienische Regierung zeigte sich schockiert und wechselte die Taktik. Sie bot Sitmar für weitere Schiffe nun Sonderkonditionen an und brachte das Unternehmen tatsächlich so weit, die Option für den Bau des zweiten Schiffs in Frankreich fallen zu lassen und einen Vertrag über gleich zwei baugleiche Kreuzfahrtschiffe der „vierten Generation“ mit 70.000 BRT zu je 280 Mio. US-Dollar mit Fincantieri abzuschließen.
Die Schiffe sollten ein ganz besonders italienisches Aussehen erhalten. Für dessen Gestaltung ließ sich der Architekt Renzo Piano gewinnen, der mit seinen Entwürfen zum Bau des Pariser Centre Georges Pompidou bereits weltweit Berühmtheit erlangt hatte. Der spätere Ministerpräsident Italiens Romano Prodi hatte ihn in seiner Funktion als President der staatlichen Holding Istituto per la Ricostruzione Industriale (IRI) angesprochen, zu der die Werft Fincantieri damals gehörte. Pianos Entwürfen verdankt das Schiff die geschwungenen Formen und den abgerundeten Aufbau oberhalb der Brücke, der dem Kopf eines schwimmenden Delphins nachempfunden wurde. Die Originalpläne sollen angeblich noch weitaus futuristischer gewesen sein, wurden aus Kostengründen aber zurückgewiesen und nochmal überarbeitet.
Für das Eigentum an den neuen Schiffen gründete Boris Vlasov unter dem Namen Astramar eine neue Tochtergesellschaft mit Sitz in Palermo. Sitmar Cruises sollte nach Fertigstellung der Schiffe zum Leasingnehmer werden. Er wollte für den Bauauftrag Steuervorteile als italienische Reederei geltend machen und der Kritik begegnen, die mehrere EU-Länder schon über längere Zeit zur Staatszugehörigkeit seines Unternehmens geäußert hatten. Obwohl er den Unternehmenssitz eigentlich schon kurz nach dem Tod seines Vaters, des Unternehmensgründers Alexander Vlasov im Jahr 1961 nach Monaco verlegt hatte, gab sich die Reederei weiterhin offiziell italienisch.
Im Jahr 1987 verstarb Boris Vlasov jedoch ganz unerwartet und das Unternehmen geriet in Schwierigkeiten. Da erkannte die britische Reederei P&O ihre Chance. Für sie wäre der Vorsprung der Konkurrenz beim Ausbau der Kreuzfahrtflotte – wenn überhaupt – erst mit einigen Jahren Verspätung aufzuholen gewesen. Sie zog daher bereits eine Fusion der eigenen Kreuzfahrtsparte mit einem anderen Unternehmen in Betracht. Im Juli 1988 gelang es dem P&O-Vorstandsvorsitzenden Lord Sterling, für 210 Mio. US-Dollar der Erbengemeinschaft der Vlasow-Reederei die Kreuzfahrtsparte und damit auch die bei Fincantieri als Hull-Nr. 5839 und 5840 schon im Bau befindlichen Schiffe abzukaufen.
Das Schiff mit Baunummer 5839, die heutige Pacific Jewel, wurde 1990 fertiggestellt und am 29. Juni übergeben.
Für die ersten zwei Jahre blieb das Schiff zunächst, so wie von Boris Vlasov geplant und vertraglich festgelegt, im Eigentum der italienischen Astramar. Diese, inzwischen unter Leitung der P&O, überließ das Schiff der amerikanischen P&O-Tochter Princess Cruises. Registriert wurde das Schiff in Liberia und seine Jungfernfahrt führte ab 9. Juli vom griechischen Hafen Piräus durchs Mittelmeer. Am 13. September überquerte es den Atlantik von Southampton nach New York. Dort vollzog die italienische Schauspielerin Sophia Loren dann auch die offizielle Taufe des Schiffs als Crown Princess. Diesen Namen trug das Schiff aber nur bis 2002. Die Crown Princess der heutigen Princess Cruises ist ein Neubau aus dem Jahr 2006, wieder von Fincantieri.
Nach der Schiffstaufe setzte Princess Cruises das Schiff ab Herbst 1990 für Kreuzfahrten von Fort Lauderdale in die Karibik ein. Im Jahr 1992 übernahm Princess Cruises schließlich das Eigentum am Schiff. Als Flagge blieb es zunächst bei Liberia, im Jahr 2000 registrierte Princess Cruises das Schiff auf die Bermudas um. Am 26. Juni 2001 fielen während einer Europa-Kreuzfahrt die Schiffsmotoren aus und das Schiff musste nach Kopenhagen geschleppt werden. Nur wenige Tage später entschied P&O, das Schiff von Princess Cruises abzuziehen.
In Rostock hatte man zwischenzeitlich die Kreuzfahrttochter Seetours der Deutschen Seereederei (DSR) übernommen und mit ihr die Markennamen AIDA (heute AIDA Cruises) und A’Rosa, mit denen man auf dem noch kaum erschlossenen deutschen Markt stärker auftreten wollte. Das Schiff wurde auf der Lloyd Werft Bremerhaven umgebaut und am 14. Juni 2002 von der Schauspielerin Iris Berben auf A’Rosa Blu getauft. Unter diesem Namen war sie ein Jahr in der Karibik, im Mittelmeer sowie in der Ost- und Nordsee unterwegs.
Im Jahr 2003 bildete die zuvor aus der P&O ausgegründete P&O Princess Cruises mit der amerikanischen Carnival Corporation den heutigen Weltmarktführer Carnival Corporation & plc. Damit änderten sich die Pläne. Die Deutsche Seereederei verkaufte ihren Anteil an der P&O Princess Cruises, durch den sie bisher zumindest noch mittelbar am Seetours-Geschäft beteiligt war und nahm das A’Rosa-Geschäft für ihre Tochter Arkona zurück, aus der im Jahr 2009 schließlich die A-ROSA Flussschiff GmbH hervorgegangen ist. Die Carnival Corporation & plc entschied, den auf Deutschland ausgerichteten Kreuzfahrtbetrieb mit allen zugehörigen Schiffen und der Marke AIDA seiner italienischen Tochter Costa Crociere zu übertragen. Die A’Rosa Blu wurde daher vom 13. – 27. April bei Blohm + Voss Repair in Hamburg umgebaut und als AIDAblu. unter italienischer Flagge wieder in Dienst genommen. Sie sollte neben den anderen, deutlich kleineren AIDA-Schiffen auch dem Training der deutschsprachigen Crew dienen, um die Neubauten der Sphinx-Klasse in ähnlicher Größe übernehmen zu können, die man für den Ausbau der Marke AIDA Cruises bereits bestellt hatte. Nachdem „Sphinx I“ im Frühjahr 2007 als AIDAdiva auf Fahrt ging, entschied der Mutterkonzern Carnival Corporation & plc die AIDAblu abzuziehen.
Das Schiff unterstützte fortan die Marke Ocean Village, mit der man unter dem Slogan „the Cruise for people who don’t do cruises“ das deutsche Erfolgskonzept eines ungezwungenen Cluburlaubs auf See auf den britischen Markt übertragen wollte. Nach einem weiteren Umbau auf der Lloyd Werft erhielt das Schiff am 24. April 2007 von den Models Jemma und Jodie Kidd den Namen Ocean Village Two und ging nach Eintrag in das britische Flaggenregister im Sommer auf Fahrt ins Mittelmeer und in den Wintermonaten in die Karibik.
Am 30. Oktober 2008 gab dieCarnival Corporation & plc jedoch überraschend bekannt, dass sie die Marke Ocean Village nicht weiter betrieben werde. Die beiden Ocean Village Schiffe wurden an P&O Cruises Australia übertragen. Aus der Ocean Village Two wurde im Dezember 2009 die Pacific Jewel mit neuer Heimat in Brisbane. Dort stand auch bereits die im Jahr 1991 unter Baunummer 5840 fertiggestellte baugleiche Schwester im Dienst, die Pacific Dawn.
Die Ocean Village, ex-Sitmar FairMajesty folgte Ende 2010 als Pacific Pearl und ihre Übertragung nach Australien brachte schließlich doch noch sämtliche ehemaligen Sitmar-Neubauten in einer Flotte zusammen.
Am 27. August 2010 wurden einige Szenen für die australische Fernsehserie Nachbarn (Originaltitel: Neighbours) an Bord gedreht. Ein etwa sechzigköpfiges Drehteam um die Seriendarsteller Ryan Moloney und Eve Morey filmte am Gang und in der Zirkusarena auf den oberen Decks. Zahlreiche Besatzungsmitglieder wirkten im Rahmen der Bordunterhaltung an den Szenen mit. Die dabei entstandene Folge der Serie um eine Kreuzfahrt ging noch im Herbst des gleichen Jahres im Vorabendprogramm in Australien und Neuseeland auf Sendung.
AIDAcara | AIDAvita | AIDAaura – Sphinx-Klasse: AIDAdiva | AIDAbella | AIDAluna | AIDAblu (II) | AIDAsol | AIDAmar | AIDAstella – Hyperion-Klasse: AIDAprima
AIDAblu (I)

Mondfinsternis vom 16./17. Juli 523 v. Chr.

Die in babylonischen Quellen notierte Mondfinsternis vom 16./17. Juli 523 v. Chr. gehört zur Gattung der ACT-Texte.
Besondere Bedeutung erlangte diese Aufzeichnung durch Bezug auf den achämenidischen Herrscher und babylonischen König Kambyses II. sowie wegen der späteren Erwähnung im Almagest von Claudius Ptolemäus. Heute befindet sich die Keilschrifttafel BM 33066 im British Museum zu London.

Bei dem erwähnten astronomischen Ereignis handelte es sich um eine partielle Mondfinsternis, die aufgrund der Angaben im Keilschrifttext genau zu datieren war. Sie trat in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 523 v. Chr. um 21:04 Uhr (U.T.) ein; die erste visuelle Wahrnehmung gegen etwa 20:00 Uhr (U.T.).
In Umrechnung auf die Region Mesopotamien konnten die babylonischen Astronomen die Mondfinsternis ab etwa 22:30 Uhr Ortszeit beobachten; in Alexandria etwa ab 22:00 Uhr Ortszeit. Der 16./17. Juli entspricht im gregorianischen Kalender dem 11/12. Juni.
Am 16. Juli erfolgte der Sonnenuntergang in der Region Mesopotamien gegen 19:00 Uhr Ortszeit. Der Schreiber des babylonischen Keilschrifttextes vermerkte die genaue Zeitangabe der Mondfinsternis:
„In der Nacht des 14. Du’zu, im siebten Jahr des Kambyses II., begann 1,67 BERU (200 Minuten) nach Sonnenuntergang die Bedeckung des Mondes. Ein leichter Nordwind wehte.“
Claudius Ptolemäus berichtete in seinem Almagest ebenfalls über das Ereignis:
„Im siebten Jahr des Kambyses II., das ist das 225. Jahr in der Ära Nabonassar und der 17./18. Phamenoth im ägyptischen Kalender, eine Stunde vor Mitternacht in Babylonien und 1,85 äquinoktiale Stunden (110 Minuten) vor Mitternacht in Alexandria, trat die Mondfinsternis auf.“
Aufgrund der zweimaligen Nennung des siebten Regierungsjahres von Kambyses II., dem 225. Jahr der Ära Nabonassar, konnte das dem Akzessionsjahr folgende erste Regierungsjahr von Kambyses II. in Verbindung mit dem Akitu-Fest für 529 v. Chr. ermittelt werden. Kambyses II. folgte zuvor nach dem Tod von Kyros II. 529 v. Chr. auf den Thron. Für Nabonassar ergibt sich das Jahr 747 v. Chr. als offizieller Regierungsbeginn.

Thiago Neves

2 Stand: 16. Oktober 2012
Thiago Neves Augusto (* 27. Februar 1985 in Curitiba, Brasilien) ist ein brasilianischer Fußballspieler.

Der offensive Mittelfeldspieler begann seine Laufbahn als Fußballprofi bei Paraná Clube in Curitiba. Die Saison 2006 verbrachte er auf Leihbasis in Japan bei Vegalta Sendai, bevor er 2007, zunächst auf Leihbasis, von Fluminense verpflichtet wurde und dort seinen Durchbruch hatte. Im Juni des Jahres gewann er nach einem 1:0-Sieg im Finalrückspiel des Brasilianischen Pokals in Florianópolis gegen den Figueirense FC seinen ersten Titel. Das Hinspiel im heimischen Maracanã-Stadion endete 1:1. Ende des Jahres wurde er mit der Bola de Ouro als bester Spieler der Meisterschaftssaison, bei der Fluminense mit dem 4. Platz abschloss, ausgezeichnet.
Mit Fluminense stand er im Finale der Copa Libertadores 2008 und erzielte im Turnier insgesamt sieben Tore, vier davon in den Finalspielen gegen LDU aus der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. Nach einem 2:4 im Hinspiel stand es nach 90 Minuten im Rückspiel vor 86.000 Zusehern 3:1. Fluminense verlor das anschließende Elfmeterschießen, bei dem der gegnerische Torhüter Neves Schuss hielt, mit 1:3.
Am 26. März 2008 debütierte Neves in der brasilianischen Fußballnationalmannschaft, als er in einem Spiel gegen Schweden eingewechselt wurde. Im August 2008 gewann er bei den Olympischen Spielen die Bronzemedaille. Er kam bei fünf Spielen zum Einsatz und schoss dabei zwei Tore.
Am 30. August 2008 wechselte er für geschätzte 7,5 Millionen Euro zum Hamburger SV, wo er einen Vertrag bis 2013 unterschrieb. Mit seinem Reservisten-Status dort unzufrieden, wünschte Neves in der Winterpause 2008/09 einen Vereinswechsel, der ihn per Leihe für ein halbes Jahr zurück zu Klub Fluminense führte. Kurz darauf verkündete der saudische Verein Al-Hilal die Verpflichtung von Neves ab Juli 2009 für vier Jahre.
Am 13. Januar 2011 wurde Neves für ein Jahr an Flamengo Rio de Janeiro ausgeliehen. Mit dem Verein gewann er nach einem Finalsieg im Elfmeterschießen gegen CR Vasco da Gama die Staatsmeisterschaft von Rio de Janeiro und wurde Vierter in der nationalen Meisterschaft.
Im Juni 2011 kam er in einen Freundschaftsspiel gegen Rumänien zu seinem zweiten Einsatz in der Nationalmannschaft. Er gehörte zum Aufgebot für die anschließende Copa América, bei der er nicht zum Zug kam.
Mitte Januar 2012 wechselte er nach langem Tauziehen mit Flamengo zum Fluminense FC. Als Ablösesumme an Al-Hilal werden 15 Millionen Réis (6,56 Millionen Euro) vermeldet. Mit Fluminense gewann er im selben Jahr die Staatsmeisterschaft von Rio und die brasilianische Meisterschaft.
Zur Saison 2015/16 wechselt Thiago Neves für ca. 11 Millionen Euro von al-Hilal zu al-Jazira nach Abu Dhabi.

Franz Tymmermann

Franz Tymmermann (* um 1515 in Hamburg; † nach 1540), seit dem 20. Jahrhundert auch Franz Timmermann, war ein deutscher Maler der Frührenaissance und ein Schüler von Lucas Cranach dem Älteren.

Franz Tymmermann wurde um 1515 als Sohn eines Hamburger Bürgers in Hamburg geboren. Über sein Leben ist wenig bekannt. Im Jahre 1538 schickte ihn der Hamburger Rat wegen seines erprobten Talents nach Wittenberg zur Ausbildung bei dem Maler und Bürgermeister von Wittenberg Lucas Cranach dem Älteren, unter der Bedingung, zu der er sich schriftlich verpflichtete, dass er nach der Ausbildung ohne Wissen und Zustimmung des Rates sich nirgendwo außer in Hamburg niederlassen dürfe. Das geht aus dem hamburgischen Stadtrechnungsbuch (Libri expositorum) aus der Zeit hervor, in dem auch dir Reisekosten sowie die Kosten von Kleidung und Stiefel aufgeführt sind. 1539 schickte Franz Tymmermann dem Rat ein Gemälde. 1541 scheint die Ausbildung beendet gewesen zu sein, denn der Rat schickte ihm Geld für die Rückreisekosten und für Kleidung sowie Geld für ein Gemälde. Er wird in dem Rechnungsbuch auch schon als Maler des Rates bezeichnet. Danach verliert sich seine Spur in den Aufzeichnungen. Es ist auch kein Gemälde von ihm bekannt, das nach 1541 von ihm datiert wurde.
Es ist nicht auszuschließen, dass sich Franz Tymmermann bereits vor dem Ratsstipendium in der Lehre bei Lucas Cranach dem Älteren befand, verweist doch Tymmermanns monogrammiertes und datiertes Gemälde Die Enthauptung Johannes des Täufers von 1534 in der speziellen Bildfindung auf die Werkstatt Cranachs. Auch seine Bildkomposition der Lukrezia von 1536 mit dem dunklen Hintergrund legt dies nahe. Zudem war Lukrezia in der Cranach-Werkstatt ein oft produziertes Thema. Es existieren über 80 bekannte Versionen.
Das 1534 entstandene Gemälde Die Enthauptung Johannes des Täufers von Franz Tymmermann befand sich in der Sammlung von Maximilian Clavé von Bouhaben, der es mit der Sammlung von seinem Schwiegervater Franz Anton Zanoli übernommen hatte. Angfang Juni 1894 ließ es seine Witwe bei Lempertz in Köln versteigern. Am 14. Mai 1926 wurde es von einem nicht genannten Eigentümer wieder bei Lempertz versteigert. Das Gemälde ersteigerte der Kunsthändler Cees van der Feer Ladèr (Ehemann von Elisabeth Emilie Lohmann-van der Feer Ladèr) in Baarn. Von ihm erwarb es der jüdische Kunstsammler Wilhelm Mautner, der in Amsterdam wohnte. Mit der Besetzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg durch das NS-Regime begann man dort mit dem sofortigen Zugriff auf das Vermögen der Juden. In den Niederlanden wurde die Aneignung der Raubkunst durch scheinlegale Geschäfte vorgenommen. Wilhelm Mautner, der wegen der Judenverfolgung fliehen wollte, aber Bilder als Jude nicht selbst verkaufen durfte, verkaufte 1943 aus der Not heraus einige Bilder, darunter am 22. Juli Die Enthauptung Johannes des Täufers von Franz Tymmermann, über den befreundeten Kunsthändler Hans Alfred Wetzlar, der sie, laut eigenen Angaben, unter seinen eigenen Namen verkaufte. Wetzlar war allerdings auch ein Ankäufer für Hermann Voss, der der Leiter des Sonderauftrags Linz war. Der Käufer des Gemäldes von Tymmermann war Erhard Göpel, ein Kunstagent von Hermann Voss, und der Preis betrug 24.000 Gulden, umgerechnet 12.000 Reichsmark. So war nun offiziell das Gemälde Eigentum des Sonderauftrags Linz und damit Teil der Sammlung von Adolf Hitlers geplantem Führermuseum, jedoch nur bis 1945, denn die U.S. Army, die u.a. im Süden des Deutschen Reichs einmarschierte, beschlagnahmte im Mai alle eingelagerten Kunstgegenstände des Sonderauftrags Linz und schaffte sie in den nächsten Monaten nach München in den dort eingerichteten Central Collecting Point. Das Gemälde Die Enthauptung Johannes des Täufers traf dort am 10. Juli 1945 ein.
An Wilhelm Mautner konnte das Gemälde nicht restituiert werden, denn er wurde im Dezember 1943 während einer Judenrazzia in Amsterdam verhaftet und kam ins Durchgangslager Westerbork, von wo er aus am 20. Januar 1944 in das Ghetto Theresienstadt deportiert wurde. Am 29. September 1944 wurde er von dort in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo er ermordet wurde. Das Gemälde wurde deshalb am 15. April 1946 der Niederlande übergeben, wo es in die NK-Sammlung des Stichting Nederlands Kunstbezit vorerst überging. Von dort ging es als Leihgabe in das Bonnefantenmuseum in Maastricht. Im Jahre 2010 wurde das Gemälde schließlich an die Erben von Wilhelm Mautner restituiert. Am 7. Juli 2011 wurde es bei Sotheby’s versteigert, ebenso am 4. Juli 2013.
Heraklit, 1538, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Demokrit, 1538, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Ottoherscheid

50.9781697.215932Koordinaten: 50° 58′ 41″ N, 7° 12′ 57″ O
Lage von Ottoherscheid in Bergisch Gladbach
Ottoherscheid ist ein Ortsteil im Stadtteil Bärbroich von Bergisch Gladbach.
Bei der Ortschaft Ottoherscheid handelt es sich um einen mittelalterlichen Siedlungsnamen, der im Urkataster als Otto Herscheid verzeichnet ist. Das Grundwort herscheid ist auch in die Siedlungsnamen Dresherscheid und Wüstenherscheid eingeflossen. Es lässt sich aus der früheren Form Haenscheid erschließen. Haen stellt eine Nebenform von „Hain/Hohn“ (in Flurnamen = eingehegter Wald) dar, während „scheid“ generell eine Grenze (auch bewaldete Erhöhung) bezeichnet. Demzufolge lässt sich herscheid als Waldgrenze bzw. Grenzwald deuten.
Laut der Uebersicht des Regierungs-Bezirks Cöln besaß der als „Bauergüter“ kategorisierte Ort 1845 vier Wohnhäuser. Zu dieser Zeit lebten 41 Einwohner im Ort, alle katholischen Glaubens.
Branderhof | Broich | Broichhausen | Dorn | Dreispringen | Dresherscheid | Hasselsheide | Herlen | Juckerberg | Kiel | Kotzfeld | Külheim | Oberselbach | Ottoherscheid | Scheurenhöfchen | Stockberg | Wildphal | Wohn | Wolfsiefen | Wüstenherscheid

Otto Wangemann

Otto Wangemann (* 9. Januar 1848 in Loitz; † 25. Februar 1914 in Charlottenburg) war ein deutscher Organist, Komponist, Musikwissenschaftler und Musikpädagoge.

Otto Wangemann, Sohn eines Organisten, war Schüler der Kompositionslehrers Friedrich Kiel. 1871 arbeitete er als Organist und Gesangslehrer am Gymnasium in Treptow an der Tollense. Ab 1878 war er als Kantor in Demmin an der St.-Bartholomaei-Kirche tätig. 1879 übernahm er die Redaktion der Zeitschrift „Der Organist“ und im folgenden Jahr die Leitung der Zeitschrift „Die Tonkunst“. 1884 wurde er Organist an der St.-Nikolai-Kirche in Berlin-Spandau und 1886 an der Luisenkirche in Berlin-Charlottenburg. In Berlin war er als Gesangslehrer an mehreren höheren Bildungsanstalten tätig. 1894 erhielt er den Professorentitel. Nach seinem Tod wurde er auf dem Luisenfriedhof II in Charlottenburg beigesetzt.
Wangemann komponierte verschiedene Klavier- und Orgelstücke, Chöre und Lieder. Er wurde vor allem durch seine musikwissenschaftlichen Schriften bekannt.
als Herausgeber

Brainwash

Brainwash ist eine deutsche, rechtsextreme Hatecore-Band aus Altenburg und Dresden.

Brainwash entstand 2001 aus den Bands Kreuzfeuer und Might of Rage. 2002 erschien eine Split-EP mit der ungarischen Band Vérszerzödés und eine Split-CD mit der US-amerikanischen Rechtsrock-Band No Alibi. Das Debütalbum Moments of Truth folgte 2005 auf dem ludwigshafener Label Gjallhorn Klangschmiede. 2007 erschien das Zweitwerk Hate Is Our Justice, das die Tracks der ersten beiden Split-Veröffentlichungen umfasst.
Nachdem sich die Band jahrelang gegen jedwede Kategorisierung gesträubt hatte, gilt sie heute dennoch als eine der wichtigsten deutschsprachigen Hatecore- bzw. NS-Hardcore-Bands. Liveauftritte fanden sowohl in Deutschland, als auch im Ausland statt, unter anderem auf dem Fest der Völker 2008 und bei Rock für Deutschland 2009 für die NPD. Die Band war zudem auf der ersten Projekt Schulhof-CD vertreten. Das und Auftritte auf dem European Hammerfest in Ungarn für die in Deutschland verbotene Hammerskins-Bewegung oder dem VFS & USGI Fest in Italien, das von zwei italienischen Skinhead-Gruppierungen ausgerichtet wurde zeigen jedoch, dass die Band auch keine Berührungsängste zum härteren rechtsextremen Spektrum hat. Die Texte sind auf englisch verfasst und verzichten auf neonazistische Äußerungen, antisemitische Äußerungen werden „in Synonyme verpackt“. Während sich die Band in ihren Texten eher gemäßigt äußert, sind die Aussagen in Interviews weitaus radikaler.
Die Mitglieder der Band sind auch in weiteren Gruppen des rechtsextremen Spektrums aktiv, unter anderem in den Hatecore-Bands Moshpit, Forbidden und Sharon Tate. Insbesondere der unter dem Pseudonym „Major Williams“ aktive Sänger Rene Weiße ist in der Szene sehr aktiv. So gibt er eine eigene Modelinie namens Drive by Suizhyde Clothing heraus, die eigene Shirts, aber auch Merchandising-Produkte anderer Hatecore-Bands herausgibt.

Chéronnac

Chéronnac ist eine Gemeinde im Regionalen Naturpark Périgord-Limousin in Frankreich. Sie gehört zur Region Limousin, zum Département Haute-Vienne, zum Arrondissement Rochechouart und zum Kanton Rochechouart. Sie grenzt an Videix im Nordwesten, an Vayres im Nordosten, an Saint-Bazile im Südosten, an Saint-Mathieu im Süden und an Maisonnais-sur-Tardoire und Les Salles-Lavauguyon im Südwesten.
In Chéronnac entspringt die Charente.
In der Gemeindegemarkung von Chéronnac gibt es Leukogranitvorkommen, genannt Chéronnac-Leukogranit, als Ergebnis des Meteoriteneinschlags vor ungefähr 200 Millionen Jahren, von dem der Krater von Rochechouart-Chassenon zeugt.
Chaillac-sur-Vienne | Champagnac-la-Rivière | Champsac | Chéronnac | Cognac-la-Forêt | Cussac | Dournazac | Gorre | Javerdat | La Chapelle-Montbrandeix | Les Salles-Lavauguyon | Maisonnais-sur-Tardoire | Marval | Oradour-sur-Glane | Oradour-sur-Vayres | Pensol | Rochechouart | Saillat-sur-Vienne | Saint-Auvent | Saint-Bazile | Saint-Brice-sur-Vienne | Saint-Cyr | Saint-Junien | Saint-Laurent-sur-Gorre | Saint-Martin-de-Jussac | Saint-Mathieu | Saint-Victurnien | Sainte-Marie-de-Vaux | Vayres | Videix

Bugnara

Bugnara ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 1147 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz L’Aquila in den Abruzzen. Die Gemeinde liegt etwa 53 Kilometer südöstlich von L’Aquila am Sagittano und gehört zur Comunità Montana Peligna.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Gemeinde im 6. Jahrhundert. Die Marienkirche wurde um 1000 errichtet. Im April 2009 bebte die Erde und zerstörte Teile von Bugnara.
Durch die Gemeinde führen die Autostrada A25 von Torano Nuovo nach Pescara (ohne Anschluss) und die frühere Strada Statale 479 Sannita (heute eine Regionalstraße) von Sulmona nach Villetta Barrea.
Acciano | Aielli | Alfedena | Anversa degli Abruzzi | Ateleta | Avezzano | Balsorano | Barete | Barisciano | Barrea | Bisegna | Bugnara | Cagnano Amiterno | Calascio | Campo di Giove | Campotosto | Canistro | Cansano | Capestrano | Capistrello | Capitignano | Caporciano | Cappadocia | Carapelle Calvisio | Carsoli | Castel del Monte | Castel di Ieri | Castel di Sangro | Castellafiume | Castelvecchio Calvisio | Castelvecchio Subequo | Celano | Cerchio | Civita d’Antino | Civitella Alfedena | Civitella Roveto | Cocullo | Collarmele | Collelongo | Collepietro | Corfinio | Fagnano Alto | Fontecchio | Fossa | Gagliano Aterno | Gioia dei Marsi | Goriano Sicoli | Introdacqua | L’Aquila | Lecce nei Marsi | Luco dei Marsi | Lucoli | Magliano de’ Marsi | Massa d’Albe | Molina Aterno | Montereale | Morino | Navelli | Ocre | Ofena | Opi | Oricola | Ortona dei Marsi | Ortucchio | Ovindoli | Pacentro | Pereto | Pescasseroli | Pescina | Pescocostanzo | Pettorano sul Gizio | Pizzoli | Poggio Picenze | Prata d’Ansidonia | Pratola Peligna | Prezza | Raiano | Rivisondoli | Rocca Pia | Rocca di Botte | Rocca di Cambio | Rocca di Mezzo | Roccacasale | Roccaraso | San Benedetto dei Marsi | San Benedetto in Perillis | San Demetrio ne’ Vestini | San Pio delle Camere | San Vincenzo Valle Roveto | Sant’Eusanio Forconese | Sante Marie | Santo Stefano di Sessanio | Scanno | Scontrone | Scoppito | Scurcola Marsicana | Secinaro | Sulmona | Tagliacozzo | Tione degli Abruzzi | Tornimparte | Trasacco | Villa Sant’Angelo | Villa Santa Lucia degli Abruzzi | Villalago | Villavallelonga | Villetta Barrea | Vittorito

Vocalconsort Leipzig

Das Vocalconsort Leipzig ist ein Kammerchor unter der Leitung von Gregor Meyer.
Es wurde 1999 auf Initiative des derzeitigen Gewandhauschorleiters Gregor Meyer gegründet. Das Ensemble widmet sich vor allem der Interpretation geistlicher Chormusik zwischen Barock und Romantik. Das Kernrepertoire rankt sich um Mitteldeutsche Barockmusik bis 1700; zu den Spezialitäten des Ensembles zählt daneben Musik der Leipziger Komponisten Sethus Calvisius (1556–1615) und Sigfrid Karg-Elert (1877–1933). 2002 gehörte das Vocalconsort Leipzig zu den Preisträgern des Internationalen Robert-Schumann-Chorwettbewerbes Zwickau. Die rund 25 Sänger haben durchweg eine solide musikalische Ausbildung genossen.
Das Vocalconsort Leipzig singt regelmäßig in der Leipziger Thomaskirche, dem Gewandhaus zu Leipzig und in der Dresdner Kreuzkirche, tritt beim Bachfest Leipzig, dem MDR Musiksommer sowie in den großen Kirchen Hamburgs, Erfurts u. a. auf. Es pflegt eine enge Zusammenarbeit mit dem Gewandhauschor und gibt Konzerte unter Dirigenten wie Trevor Pinnock oder Russel Davies.
Konzertreisen führten das Vocalconsort Leipzig 2011 nach Minsk – eine Partnerschaft verbindet ihn mit dem Chor der Weißrussischen Staatlichen Universität Minsk – und 2012 nach Travnik in Bosnien-Herzegowina.