Kim Sang-wook

Kim Sang-wook (* 21. April 1988 in Seoul, Südkorea) ist ein südkoreanischer Eishockeyspieler, der seit 2014 bei Daemyung Sangmu in der Asia League Ice Hockey unter Vertrag steht. Sein Bruder Kim Ki-sung ist ebenfalls südkoreanischer Eishockeynationalspieler.

Kim Sang-wook begann seine Karriere als Eishockeyspieler in der Mannschaft der Kyungsung Highschool. Als 18-Jähriger wechselte er für vier Jahre zur Yonsei University. 2010 wurde er von Anyang Halla, einer der beiden südkoreanischen Mannschaften in der Asia League Ice Hockey, verpflichtet. Mit dieser konnte er 2011 die Asia League gewinnen. 2012 wurde er zum „Jungen Spieler des Jahres“ der Asia League Ice Hockey gewählt. 2012 ging er mit seinem Bruder, der vorher in den USA gespielt hatte, nach Finnland zum HC Keski-Uusimaa in die Mestis. Während Kim Ki-sung die gesamte Spielzeit dort verbrachte, wechselte Kim Sang-wook bereits zum Jahreswechsel zu Anyang Halla zurück. Seit 2014 spielt er bei Daemyang Sangmu

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, dem jüngsten der drei südkoreanischen Klubs in der Asia League Ice Hockey

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.

Für Südkorea nahm Kim Sang-wook im Juniorenbereich an der U18-Weltmeisterschaften 2006 in der Division I und der U20-Weltmeisterschaft 2008 in der Division II teil.

Sein Debüt in der Herren-Nationalmannschaft des asiatischen Landes gab er bei der Weltmeisterschaft 2011 in der Division II. In der Folge spielte er mit den Ostasiaten bei den Titelkämpfen 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 in der Division I. 2015 trug er als zweitbester Scorer hinter seinem Teamkollegen Michael Swift (gemeinsam mit seinen Landsleuten Kim Ki-sung und Mike Testwuide sowie dem Esten Andrei Makrov) maßgeblich zum sofortigen Wiederaufstieg aus der B- in die A-Gruppe der Division I bei.

Bei den Winter-Asienspielen 2011 gewann er mit der südkoreanischen Mannschaft hinter Kasachstan und Japan die Bronzemedaille. Zudem vertrat er 2012 seine Farben bei der Olympiaqualifikation für die Winterspiele in Sotschi 2014

(Stand: Ende der Saison 2015/16)

Johann Christoph Schacher

Johann Christoph Schacher (* 31. März 1667 in Leipzig; † 29. März 1720 ebenda) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Der Sohn des Christoph Hartmann Schacher (1633–1690) studierte an der Universität Leipzig und an der Universität Frankfurt (Oder) bei Samuel Stryk. Nach einer Gelehrtenreise durch Italien erwarb er sich zurückgekehrt nach Leipzig 1691 den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie und promovierte 1693 zum Doktor des weltlichen und kirchlichen Rechts.

1697 wurde er Advokat am Leipziger sächsischen Oberhofgericht, war 1701 außerordentlicher Professor mit dem Titel verborum significatione geworden, stieg 1708 zum ordentlichen Professor der Instituten auf, war 1709 Professor der Pandekten und damit verbunden Kanoniker in Naumburg. 1710 wurde er Decemvir der Hochschule, Kanoniker in Merseburg und Assessor der juristischen Fakultät. Schacher war 1714 Assessor am Oberhofgericht, sowie Professor des Kodex und war im Wintersemester 1703 Rektor der Alma Mater.

Er wurde am 19

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. März 1720 in der Leipziger Paulinerkirche beigesetzt

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.

Schacher hatte einige Dissertationen zivilrechtlichen Inhalts hinterlassen

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. Zudem hat er auch die Annotationes zu dem großväterlichen Collegium practicum verfasst welche aber nie im Druck erschienen.

Christian Sinding

Christian August Sinding (* 11. Januar 1856 in Kongsberg; † 3. Dezember 1941 in Oslo) war ein norwegischer Komponist.

Sinding studierte zuerst Musik in Oslo, bevor er nach Deutschland übersiedelte. Dort studierte er bei Salomon Jadassohn am Leipziger Konservatorium. Er verbrachte den größten Teil seines Lebens in Deutschland, erhielt jedoch regelmäßige finanzielle Unterstützung aus Norwegen. In den Jahren 1920 und 1921 hielt er sich in den USA auf und unterrichtete Komposition an der Eastman School of Music in Rochester, New York.

Da er viele lyrische Klavierwerke und etwa 250 Lieder komponierte, sahen viele in ihm den Nachfolger von Edvard Grieg. Eines seiner bekanntesten Werke ist Frühlingsrauschen aus dem Jahr 1896. Unter seinen anderen Kompositionen, die heute kaum noch gespielt werden, befinden sich vier Sinfonien, drei Violinkonzerte, ein Klavierkonzert, Kammermusik und die Oper Der heilige Berg von 1914.

Am 11. Januar 1856 wird Christian August Sinding in Kongsberg, einer Kleinstadt etwa 70 Kilometer westlich von Oslo (damals noch Kristiania) als Sohn des Bergbauingenieurs Mathias Wilhelm Sinding und Maria Cecilie geboren, die künstlerisch interessiert ist. Seine frühe Kindheit verbringt er allerdings in Lillehammer. Im Jahr 1860 verstirbt sein Vater und die Familie übersiedelt nach Oslo. Die beiden älteren Brüder Otto und Stephan schlagen zunächst eine juristische Laufbahn ein, bevor sie sich erfolgreich der Malerei, Schriftstellerei und Bildhauerei zuwenden. Christian Sinding zeigt hingegen eine besondere musikalische Begabung. 1867 tritt Christian in die altehrwürdige Kathedralschule ein. Fünf Jahre später sind seine Leistungen in der Schule aber so schlecht, dass ihn ein Onkel das Schusterhandwerk erlernen lassen will. Sinding setzt sich aber insofern durch, als dass er nicht allzu fachfremd in der Klavierfabrik der Gebrüder Hals eine Lehre beginnt. Er erhält einen geregelten und gründlichen Unterricht auf verschiedenen Instrumenten. 1874 wendet er sich an das Konservatorium Leipzig, welches zur damaligen Zeit die erste Adresse für ein besonders gutes Musikstudium war.

Nachdem Salomon Jadassohn ihm 1877 ins Jahreszeugnis schreibt, dass er nur ein geringes musikalisches Talent hat, unterbricht Sinding das Studium und spielt in Oslo in einem Orchester unter der Leitung von Grieg und Johan Svendsen. In der Zeit fängt Sinding an, sich mehr und mehr für das Komponieren zu interessieren. 1879 kehrt er nach Leipzig zurück und nimmt Kompositionsunterricht bei Carl Reinecke. Noch im gleichen Jahr werden in Leipzig eine Violinsonate und in Oslo ein Sonatensatz für das Klavier aufgeführt. Diese wie auch die meisten der frühen Kompositionen hat er später vernichtet.

Ein Staatsstipendium ermöglicht Sinding 1884 einen ausgedehnten Aufenthalt in München. In München lernt er die musikalische Welt Richard Wagners, die später Einfluss auf seine Kompositionen hat, kennen. In dieser Zeit entstehen die ersten gültigen Kompositionen, die auch im Druck veröffentlicht werden.

Am 19. Dezember 1885 findet in Oslo ein Konzert statt, das Sinding zumindest in Skandinavien zum Durchbruch verhilft. Auf dem Programm stehen: ein Streichquartett A-Dur (vernichtet), die später als op. 1 veröffentlichten alten Weisen nach Gedichten von Gottfried Keller und das Klavierquintett e-Moll op. 5.

Im folgenden Jahr hält Sinding sich wieder in Leipzig auf und knüpft künstlerische Kontakte. Bis zu seinem Tod wird er nahezu vierzig Jahre in Zentraleuropa verbringen. Er kehrt aber immer wieder nach Norwegen zurück. Ein Jahr später beginnt er die Arbeit an der Sinfonie Nr. 1 d-Moll op. 21. 1888 hat Sinding mit seinem Klavierquintett auf dem ersten Nordischen Musikfest in Kopenhagen glänzenden Erfolg

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. Er kommentiert dies in einem Brief an Frederick Delius. Sinding schreibt (original in deutscher Sprache):

Nach der Leipziger Premiere des Klavierquintetts am 19. Januar 1889 kommt es unter den Kritikern zweier musikalischer Zeitungen zu einer Auseinandersetzung, die Sinding zum überregionalen Durchbruch verhilft. In Oslo wird am 2. November das Klavierkonzert Des-Dur op. 6 uraufgeführt.

1890 wird in Oslo die zweite Fassung der Sinfonie Nr. 1 op. 21 aufgeführt. Die erste Fassung hat er nicht aus der Hand gegeben. Am 4. Januar 1894 erklingt in Dresden die gültige dritte Fassung der Sinfonie. 1896 erscheinen die Sechs Stücke für Pianoforte op. 32 im Druck, deren Nr. 3 „Frühlingsrauschen“ in kürzester Zeit äußerst populär wird und auch in zahllosen Bearbeitungen Verbreitung findet. 1898 vollendet Sinding in London sein Violinkonzert. Am 22. März 1907 dirigiert Felix Weingartner in Berlin die Uraufführung der Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 83. 1909 wird Sinding zum Mitglied der Preußischen Akademie der Künste gewählt.

Nachdem Sinding seit etwa 1880 kontinuierlich vom norwegischen Staat ein Arbeitsstipendium erhalten hat, wird ihm 1910 eine „Künstlergage“ zur Absicherung des Lebensunterhalts zugesprochen.

Im Jahre 1912 Sinding schließt er nach drei Jahren die Arbeit an seiner einzigen Oper „Der heilige Berg“ op. 111 ab, die am 17. April 1914 uraufgeführt wird.

In Anerkennung seiner schöpferischen Arbeit erhält Sinding seit seinem 65. Geburtstag vom norwegischen Staat ein jährliches Ehrensalär von 6000 Kronen

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. Er übernimmt 1921 eine Professur für Komposition an der Eastman School of Music in den USA, gibt diese Stellung aber schon im folgenden Jahr wieder auf. Als letzte Kompositionen entstehen 1935 nochmals sechs Lieder auf norwegische Texte. Am 13. Januar 1936 dirigiert Harald Heide in Bergen die Uraufführung der Sinfonie Nr. 4 „Frost und Frühling“ op. 129

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.

1941, zwei Monate vor seinem Tod, wird gemeldet, dass der überaus populäre Komponist in die norwegische Nazi-Partei Nasjonal Samling eingetreten ist – ein sehr eigenartiger Umstand, da er doch schon seit Jahren an schwerer Altersdemenz leidet. Die Folge ist, dass er lange Zeit in seiner Heimat zur Unperson wird. Am 3. Dezember 1941 stirbt Christian Sinding im Alter von 85 Jahren.

Briefe von Christian Sinding von 1888 bis 1941 befinden sich im Bestand des Leipziger Musikverlages C. F. Peters im Staatsarchiv Leipzig.

Tour de Nesle

Der Tour de Nesle (franz.

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, dt. Nesleturm, auch Nigellaturm, frz. auch: Tour de Neelles, Tour de Nesles oder Tour Nelle, lat. Tornella Nigellae) war ein runder Turm der alten Pariser Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert. Er wurde um 1200 unter der Regentschaft von Philipp II. August als westlichster Punkt der Stadtmauer am linken Seineufer erbaut und 1210 erstmals als Tornelle de Philippe Hamelin erwähnt (altfranzösisch tornelle = frz. tourelle = dt. kleiner Turm, latein. tornella Philippi Hamelini supra Sequanam, dt. Philippe-Hamelin-Turm an der Seine)

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, benannt nach dem damaligen Propst der Stadt Paris.

Der Turm war massiv gebaut, hatte einen Durchmesser von etwa 9 bis 10 Meter, eine Höhe von etwa 25 Meter (inklusive seines Treppenturms), besaß 3 ½ Stockwerke zusätzlich der Dachplattform und einen den Hauptturm um mehrere Meter überragenden Treppenturm. Er diente als Verteidigungs- und Beobachtungsturm, hatte aber zusätzlich eine damals wichtige Funktion: Eine starke Eisenkette reichte von ihm aus über die Seine zum ähnlich aussehenden Eckturm (Tour du Coin, später Tour du Louvre), zum Schutz der Stadt vor Eindringlingen per Schiff. Eine weitere Sperranlage ähnlicher Bauart befand sich im Osten der Stadt südlich der späteren Bastille mit dem runden Billyturm (Tour de Billy) auf dem rechten Seineufer und einem rechteckigen, mit Eckwarten versehenen Turm (Le Chardonnet, seit dem 14. Jahrhundert la Tournelle) auf dem linken Seineufer. Um 1330 erhielt der Wehrturm den Namen Tour de Nesle nach einem neben ihm errichteten Herrenhaus (Hôtel) gleichen Namens, erbaut durch den Herrn von Nesle, das mit dem Turm über eine Mauer verbunden war. Ein Stadttor namens Porte de Nesle wurde im 16. Jahrhundert nahe dem Turm in die Stadtmauer eingebaut, eine Brücke führte über den Befestigungsgraben.

Bereits unter Karl VII. war der Turm in einem desolaten Zustand und wegen der Stadterweiterung auch kein Teil der Stadtbefestigung mehr. Die Schießscharten waren längst zu Fenstern erweitert, Sträucher hatten sich auf seiner Dachplattform angesiedelt. Im 16. Jahrhundert erschien er als schwärzliches Relikt gegenüber dem auf der rechten Seineseite errichteten neuen Louvreflügel. Er wurde oft an privat zu diversen Zwecken vermietet. Da er bereits um 1660 auf Befehl Kardinal Mazarins dem Bau des Collège des Quatre Nations (heute: Institut de France) weichen musste, das unter anderem die Bibliothèque Mazarine aufnahm, ist der Turm nur noch von zeitgenössischen Abbildungen (von Jacques Callot, aus dem Atelier der Familie Perelle und von Israël Silvestre) bekannt.

1308 kaufte der französische König Philipp IV. der Schöne (* 1268, † 1314) das Hôtel de Nesle von Amaury de Nesle, dessen Sohn Philipp V. schenkte es 1319 seiner Ehefrau Johanna von Burgund, die es in ihrem Testament aus dem Jahr 1325 zum Verkauf bestimmte, um das Geld dem Collège de Bourgogne, einem Teil der Universität Paris, zukommen zu lassen.

Der Tour de Nesle spielt die namengebende Rolle in einem Ehebruchsdrama aus dem Jahr 1314, von dem die Kapetinger, die königliche Familie Frankreichs, im Innersten betroffen waren – und das am Ende zum Wechsel auf die Dynastie der Valois führte, was wiederum die Thronansprüche des englischen Königs Eduard III. und damit den Hundertjährigen Krieg auslöste.

König Philipp IV. von Frankreich hatte vier Söhne:

Ludwig heiratete im Jahr 1305 Margarete von Burgund (* 1290), eine Tochter des Herzogs Robert II. von Burgund und der Agnes von Frankreich, diese wiederum eine Tochter König Ludwigs IX. war. Philipp heiratete 1307 Johanna von Burgund (* wohl 1291), eine Tochter des Pfalzgrafen Otto IV. von Burgund und der Mathilde von Artois, der Erbtochter des Grafen Robert II. Karl schließlich heiratete 1306 oder 1307 Blanka von Burgund (* 1295), eine Schwester Johannas.

Zwei der drei Prinzessinnen, Margarete und Blanka, waren die Hauptakteure des Dramas, die dritte, Johanna, eine Mitwisserin. Sie wurden im Frühjahr 1314 des Ehebruchs mit den Rittern Philippe und Gautier d’Aunay beschuldigt und Johanna der Komplizenschaft. Sie wurden angeblich in flagranti mit ihren Liebhabern entdeckt; die Brüder gestanden unter der Folter, dass die Beziehungen bereits seit drei Jahren bestünden. Die Treffen zwischen Gautier und Margarete sowie Blanka und Philippe sollen im Tour de Nesle oder wohl eher im Hôtel de Nesle stattgefunden haben.

An der Entdeckung des Ehebruchs war Isabella von Frankreich (* 1292, † 1358), ältere Schwester der drei Könige und selbst seit 1307 als Ehefrau Eduards II. Königin von England – von den Engländern die Wölfin von Frankreich genannt – beteiligt. Eine zeitgenössische Chronik berichtet: „Die Königin Isabella von England, Tochter Philipps des Schönen, hatte zwei sehr schöne Börsen. Die eine verschenkte sie an die Frau Ludwigs des Zänkers, die andere an die Frau Karls von La Marche. Sie war sehr erstaunt, beide Börsen einige Zeit danach an den Gürtel der beiden Kavaliere zu sehen. Sie schwieg, berichtete die Tatsache aber dem König, ihrem Vater, der seine Schwiegertöchter überwachen ließ.“ Wenig später befahl der König die Verhaftung der Beschuldigten.

Philippe und Gautier d’Aunay wurden am 19. April 1314 hingerichtet, indem ihnen auf dem Marktplatz von Pontoise bei lebendigem Leib die Haut abgezogen wurde, danach wurden sie kastriert, enthauptet und schließlich am Galgen zur Schau gestellt. Margarete und Blanka wurden nach Château-Gaillard gebracht und dort eingekerkert. Johanna, die alles abstritt und nicht der Mittäterschaft, sondern nur der Mitwisserschaft beschuldigt wurde, wurde in das Kastell von Dourdan gebracht. Der Intervention ihrer Mutter Mathilde von Artois ist es zu verdanken, dass sie später begnadigt wurde und den Platz an der Seite ihres Mannes wieder einnehmen konnte (und ihm 1316 noch einen Sohn gebar). Wenig nachvollziehbar allerdings ist, dass ihr Mann ihr 1319 ausgerechnet das Hôtel de Nesle zum Geschenk machte.

Philipp IV. starb im November des gleichen Jahres, Ludwig bestieg als Ludwig X. den Thron, und Margarete war formal Königin – allerdings nur für ein paar Monate. Am 30. April 1315 wurde sie im Gefängnis tot aufgefunden; nach einer Überlieferung sei sie auf Befehl ihres Ehemanns mit Hilfe ihrer eigenen Haare erdrosselt worden. Noch im August 1315 heiratete der König in Paris ein zweites Mal.

Karl hingegen forderte die Lösung seiner Ehe, Papst Clemens V. lehnte ab, da Ehebruch kein Scheidungsgrund war. Eine Annullierung kam zudem nicht in Frage, da das Paar eine Tochter hatte, und der Vollzug der Ehe somit offensichtlich war.

Blanka hielt sich noch im Château Gaillard auf, als ihr Mann Anfang 1322 König und sie somit Königin wurde, was ein Grund mehr war

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, ihre Freilassung zu untersagen. Als Karl aber in einem weiteren Versuch doch noch beim Papst Johannes XXII. die Scheidung durchsetzte, die am 19. Mai 1322 ausgesprochen wurde, wurde Blanka aus dem Gefängnis geholt und ihr gestattet, sich ins Kloster Maubuisson zurückzuziehen, wo sie 1326 starb.

Einer Legende zufolge soll eine französische Königin des 14. Jahrhunderts den Turm als Liebesnest genutzt haben, darin dann ihre Liebhaber ermordet und in einem Sack in die Seine geworfen haben bzw. sie veranlasst, vom Turm zu springen und dabei zu ertrinken.

Das Drama lieferte den Stoff für das Theaterstück La Tour de Nesle von Alexandre Dumas aus dem Jahr 1832 sowie für den historischen Roman Les rois maudits (deutsch Die unseligen Könige 1960) des französischen Romanciers Maurice Druon.

Giulio Tononi

Giulio Tononi (* Trient, Trentino-Südtirol) ist ein italienischer Facharzt für Psychiatrie und Neurowissenschaftler.

Er hat eine Professur für Psychiatrie an der Universität Madison-Wisconsin und leitet das dortige Center for Sleep and Consciousness. Tononi entwickelte mit Chiara Chirelli die Synaptic Homeostasis Hypothesis (synaptische Homöostase-Hypothese), welche besagt, dass der Tiefschlaf dazu notwendig sei, ein Grundniveau der synaptischen Aktivität wiederherzustellen. Sein zweiter Forschungsgegenstand handelt davon, wie Bewusstsein zustande kommt; Tononi entwickelte dazu die Integrated Information Theory (Theorie der integrierten Information).

Tononi studierte Medizin und spezialisierte sich im Fachgebiet Psychiatrie an der Scuola Superiore Sant’Anna in Pisa. Dort erwarb er auch einen PhD in Neurobiologie und promovierte mit einem Thema über die Regulation des Schlafes. Vor seinem Wechsel nach Madison forschte er am Neurosciences Institute in New York und in San Diego.

„Im Wesentlichen ist der Schlaf der Preis, den wir für die [neuronale] Plastizität zahlen müssen…“

Dieser Theorie zufolge werden im Wachzustand Informationen in die Netzstrukturen der Nervenzellen eingearbeitet, d. h. die Synapsenstärke nimmt zu, und es entstehen auch synaptische Neuverknüpfungen. Dies geschieht durch die sog. Langzeitpotenzierung. Im Tiefschlaf (genauer: im Non-REM-Schlaf) kommt es aber zu einer Art Gleichschaltung gewisser neuronaler Gruppen, die sich durch langwellige Potentiale (im EEG treten die sog. Delta-Wellen auf) bemerkbar macht und dafür verantwortlich ist, dass die Synapsenverbindungstärke und -anzahl wieder abnimmt (synaptic downscaling). Dadurch, dass nur die stärker potenzierten Synapsen überleben, werde Wichtiges von Unwichtigem selektiert.

„Jeder weiß, was Bewusstsein ist: Es ist das, was jede Nacht verschwindet, sobald wir in einen traumlosen Schlaf fallen, und wiederkommt, sobald wir aufwachen oder träumen. So gesehen ist der Begriff Bewusstsein synonym mit Erleben.“

Dieser Theorie zufolge entsteht Bewusstsein dann, wenn ausreichend „integrierte“ Information vorliegt. Zu seinem Begriff der Integration führt Tononi den folgenden Vergleich an: Vor einen Bildschirm, welcher abwechselnd hell aufleuchtet und dunkel wird, können sowohl ein Mensch als auch eine Photodiode, etwa in einer Kamera, die beiden Zustände erkennen

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. Der Unterschied liegt darin, wie viel Information erzeugt wird: Die Photodiode erkennt ‚hell‘ oder ‚dunkel‘ und erzeugt so 1 bit Information. Ein Mensch unterscheidet ‚hell‘ nicht nur von ‚dunkel‘, sondern von einer ungeheuren Vielzahl von anderen Möglichkeiten, z. B. einem roten Bildschirm, einem grünen Bildschirm, einem Filmeinzelbild, einem Geräusch, einem Gedanken usw. Während die zahllosen Photodioden einer Kamera voneinander unabhängig arbeiten, fällt das menschliche Gehirn seine Unterscheidungen als integriertes System. Wie sehr man es auch versucht, man kann die bewusste Wahrnehmung beispielsweise eines roten Apfels nicht auf separate Empfindungen seiner Farbe und seiner Form reduzieren. Tononi bezeichnet das Ausmaß integrierter Information als Φ (Phi); wenn alle Einzelkomponenten unabhängig voneinander arbeiten, ist Φ = 0.

Tononi schreibt: „Unter Verwendung von Computersimulationen [kann] gezeigt werden, dass hoch integrierte Information ein Netzwerk benötigt, welches funktionelle Spezialisierung mit funktioneller Integration verbindet. Genau diese Art der Architektur ist charakteristisch für das thalamokortikale System bei Säugetieren: Verschiedene Teile der Großhirnrinde sind auf verschiedene Funktionen spezialisiert: von der Ebene der Hirnlappen zu den Arealen, den Neuronengruppen, und vielleicht sogar bis hinunter zu den einzelnen Neuronen. Daneben existiert ein breites Netzwerk von Verbindungen, welches diesen Teilen erlaubt, untereinander zu interagieren… So stimmt das mit der Beobachtung überein, dass das thalamokortikale System genau jener Part des Zentralnervensystems ist, dessen schwere Beschädigung einen Bewusstseinsverlust nach sich zieht. Umgekehrt ist der Wert für ‚Integrierte Information’ in Systemen niedrig, die auf kleinen, quasi-unabhängigen Modulen aufgebaut sind. Dies wird der Grund sein, warum das Kleinhirn trotz seiner immensen Anzahl von Neuronen kaum etwas zur Bewusstseinsentstehung beiträgt.“

Tononi und Gerald M. Edelman zufolge ist ein Reentry-Mechanismus einzigartiges Merkmal der Integration. Reentrante Signale innerhalb der Großhirnrinde oder zwischen Großhirnrinde und Thalamus sollen einen kohärenten Prozess aus aktiven Neuronen etablieren, der insgesamt stabil sei, obwohl sich seine neuronale Zusammensetzung unablässig verändere. Solche sich selbst erhaltende dynamische Prozesse innerhalb des thalamokortikalen Systems seien von beträchtlicher Bedeutung für das Verständnis des Bewusstseins. Um bewusstes Erleben aufrechtzuerhalten, müsse der funktionale Cluster außerdem hoch komplex sein. Solche Cluster, von Tononi und Edelman als flexibles oder dynamisches Kerngefüge (dynamic core) bezeichnet, gebe es größtenteils, wenn auch nicht ausschließlich im thalamokortikalen System.

Dem US-amerikanischen Neurowissenschaftler Christof Koch zufolge könne man die IIT als wissenschaftliche Form des Panpsychismus ansehen.

Im Jahre 2005 erhielt Tononi den NIH Director’s Pioneer Award für seine Arbeit an den Mechanismen und Funktionen des Schlafes; im Jahre 2008 erhielt er den David P. White Chair in Sleep Medicine und den Distinguished Chair in Consciousness Science.

Köhlershohn

Köhlershohn ist ein Ortsteil der Ortsgemeinde Windhagen im rheinland-pfälzischen Landkreis Neuwied.

Köhlershohn weist das Siedlungsbild eines Straßendorfs auf

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, das sich entlang der Kreisstraße 27 (Schweifeld–Windhagen) zieht. Die Ortschaft erstreckt sich vom Tal des Rederscheider Baches im Südwesten ansteigend bis zum Rand der Bundesautobahn 3 im Nordosten und umfasst dabei Höhenlagen zwischen 250&nbsp

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;m ü. NN und 300 m ü. NN. Unmittelbar nördlich grenzt das Waldgebiet Vogelsbitze an, das zur Gemarkung von Aegidienberg (Stadt Bad Honnef) gehört. Zu den nächstgelegenen Ortschaften zählen der Hauptort Windhagen jenseits der A 3 im Osten sowie Rederscheid auf der gegenüberliegenden Talseite des Rederscheider Bachs im Westen. Dieses Gewässer wird bei Köhlershohn in Fischteichen gestaut

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Köhlershohn gehörte ursprünglich zur Honschaft Rederscheid im Kirchspiel Windhagen und unterstand der Verwaltung des kurkölnischen Amtes Altenwied. Am nördlichen Ortsrand verlief die landesherrliche Grenze zum Herzogtum Berg, die unter der Hoheit des Herzogtums Nassau (ab 1806) auch in Köhlershohn durch einen Grenzstein markiert wurde. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts hieß der Ort Hahn, was sich allgemein von „Hain“ bzw. „Hagen“ (=umfriedetes Land) ableiten lässt. Anschließend lautete die Bezeichnung zunächst Köhlershahn (in Flurkarten auch „Kölnisch Hohn“), bevor sie sich spätestens Ende des 19. Jahrhunderts zur heutigen Form entwickelte. Mundartlich wird der Ort „Schottejeröüel“ genannt.

In preußischer Zeit (ab 1815) blieb Köhlershohn ein Teil der Honschaft, später Gemeinde Rederscheid, seit 1823 im Verwaltungsbezirk der Bürgermeisterei Asbach. Im Rahmen von Volkszählungen war der Ort mindestens bis 1828 noch als Hof, 1843 als Weiler mit zwei Wohn- und vier Wirtschaftsgebäuden verzeichnet und wuchs auch bis 1885 nur auf eine Größe von vier Wohngebäuden an. Ein Wachstum, bei dem sich die Einwohnerzahl bis Anfang des 20. Jahrhunderts verdoppelte, setzte erst danach ein. 1930 wurde die Ortschaft an die Stromversorgung angeschlossen und erhielt eine Wasserleitung. Die Kinder des Ortes besuchten die katholische Volksschule in Hallerbach, die 1968 in eine Grundschule umgewandelt wurde.

Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Verwaltungs- und Gebietsreform wurde Köhlershohn am 7. November 1970 mit der Gemeinde Rederscheid in die Gemeinde Windhagen eingegliedert. Die zur vormaligen Gemeinde Rederscheid gehörende Gemarkung blieb bestehen. 1977 wurde Köhlershohn an das Gasversorgungsnetz angeschlossen.

Koordinaten:

Birken | Frohnen | Günterscheid | Hallerbach | Hohn | Hüngsberg | Johannisberg | Köhlershohn | Rederscheid | Schweifeld | Stockhausen | Windhagen

Michael C. Burgess

Michael Clifton Burgess (* 23. Dezember 1950 in Rochester, Minnesota) ist ein US-amerikanischer Politiker. Seit 2003 vertritt er den Bundesstaat Texas im US-Repräsentantenhaus.

Michael Burgess besuchte bis 1976 die North Texas State University in Denton. Nach einem anschließenden Medizinstudium und seiner Zulassung als Arzt begann er in diesem Beruf zu arbeiten. Politisch schloss er sich der Republikanischen Partei an.

Bei den Kongresswahlen des Jahres 2002 wurde Burgess im 26. Wahlbezirk von Texas in das US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gewählt, wo er am 3. Januar 2003 die Nachfolge des nicht mehr kandidierenden Mehrheitsführers Dick Armey antrat. Gegen dessen Sohn Scott hatte sich Burgess in der republikanischen Primary durchgesetzt. Da er bei allen bisher folgenden Wahlen jeweils wiedergewählt wurde, kann er sein Mandat bis heute ausüben. Seine gegenwärtige Amtszeit läuft noch bis zum 3. Januar 2017. Er ist Mitglied im Ausschuss für Energie und Handel sowie in drei Unterausschüssen. Außerdem gehört er dem der Tea-Party-Bewegung nahesthenden Tea Party Caucus an. In seine Zeit als Kongressabgeordneter fielen der Irakkrieg und der Militäreinsatz in Afghanistan. Burgess vertritt im Wesentlichen die Interessen seiner Partei. Im Zusammenhang mit der Erhöhung der Schuldenobergrenze im August 2011 sprach er sich für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Barack Obama aus.

Am 17. Juni 2013 erregte Burgess Aufmerksamkeit, indem er behauptete, männliche Föten wurden masturbieren. Sie seien demnach fähig Schmerzen und Lust zu empfinden und dürften daher nicht abgetrieben werden. Burgess ist verheiratet und lebt privat in Lewisville.

1. Bezirk: Kaufman | Scurry | Smyth | Evans | Reagan | Whitmore | Herndon | Reagan | Stewart | Hutcheson | Ball | M. Sheppard | Vaughan | Black | W. Patman | S. Hall | Chapman | Sandlin | Gohmert • 2. Bezirk: Pilsbury | Howard | P. Bell | Bryan | Hamilton | Conner | McLean | D. Culberson | Reagan | Martin | Long | Cooper | Broocks | Cooper | Dies Sr. | Box | Dies Jr. | Combs | Brooks | Dowdy | C. Wilson | Turner | Poe • 3. Bezirk: Clark | Giddings | Throckmorton | Wellborn | J.H. Jones | C. Kilgore | Yoakum | De Graffenreid | Russell | Lively | J. Young | Sanders | Beckworth | Gentry | Beckworth | Pool | Collins | Bartlett | S. Johnson • 4. Bezirk: Degener | Hancock | Mills | D. Culberson | Cranford | J.L. Sheppard | M. Sheppard | Randell | Rayburn | Roberts | R. Hall | Ratcliffe

5. Bezirk: Mills | Hancock | Giddings | G. Jones | Throckmorton | Hare | Bailey | Randell | Beall | Sumners | J.F. Wilson | Alger | Cabell | Steelman | Mattox | Bryant | Sessions | Hensarling • 6. Bezirk: Willie | Schleicher | Upson | Wellborn | Abbott | Burke | Wooten | Field | Hardy | L.A. Johnson | Teague | Gramm | Barton • 7. Bezirk: Ochiltree | Crain | Pendleton | Henry | Gregg | Briggs | Thompson | Patton&nbsp

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;| Pickett | Dowdy | Bush | Archer | J. Culberson • 8. Bezirk: Miller | L. Moore | C. Bell | S. Lanham | Ball | Pinckney | J. Moore | Eagle | Garrett | Eagle | A. Thomas | L. Thomas | Eckhardt | Fields | Brady • 9. Bezirk: Mills | Antony | Sayers | A. Burleson | Burgess | Mansfield | Thompson | Brooks | Stockman | Lampson | A. Green

10. Bezirk: Hancock | Sayers | Gresham | Crowley | Hawley | Burgess | A. Burleson | Buchanan | L.B. Johnson | H. Thornberry | Pickle | Doggett | McCaul • 11. Bezirk: S. Lanham | Crain | R. Kleberg | Henry | Connally | Cross | Poage | Leath | Edwards | Conaway • 12. Bezirk: Paschal | Noonan | Slayden | Gillespie | Callaway | J.C. Wilson | F. Lanham | Lucas | Wright | Geren | Granger • 13. Bezirk: Cockrell | Stephens | J.M. Jones | Parrish | G. Williams | McFarlane | Gossett | Ikard | Purcell | Price | Hightower | Boulter | Sarpalius | M. Thornberry • 14. Bezirk: Slayden | Bee | Wurzbach | McCloskey | Wurzbach | R.M. Kleberg | Lyle | J. Bell | J.A. Young | Wyatt | W.N. Patman | Sweeney | Laughlin | Paul | Weber

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;| Gammage | Paul | DeLay | Sekula-Gibbs | Lampson | Olson • 23. Bezirk: Pool | Kazen | Bustamante | Bonilla | Rodriguez | Canseco | Gallego | Hurd • 24. Bezirk: Milford | Frost | Marchant • 25. Bezirk: Andrews | K. Bentsen | C. Bell | Doggett | R. Williams • 26. Bezirk: Vandergriff | Armey | Burgess • 27. Bezirk: Ortiz | Farenthold • 28. Bezirk: Tejeda | Rodriguez | Cuellar • 29. Bezirk: G. Green • 30. Bezirk: E. Johnson • 31. Bezirk: Carter • 32. Bezirk: Sessions • 33. Bezirk: Veasey • 34. Bezirk: Vela • 35 mcm taschen sale. Bezirk: Doggett • 36. Bezirk: Stockman | Babin

Aureus

Aureus (Mehrzahl Aurei) ist gewöhnlich eine 8,19 g schwere römische Goldmünze mit hohem Feingehalt, die zu Ausgabezeiten einen sehr hohen Wert hatte und über die gesamte römisch beeinflusste Welt verbreitet war. Sie war die Hauptkurantmünze des Römischen Reiches ab etwa 27 v. Chr. bis zu Beginn des 4. Jahrhunderts n. Chr.

Halbstücke des Aureus (Quinarius aureus) zählen zu den seltensten römischen Münzen überhaupt. Als Mehrfach-Aureus gab es noch den seltenen Binio (doppelten), den Quaternio (vierfachen) und den Octonio (achtfachen), die als Geschenkprägungen (Donativum) anzusehen sind.

Im Jahre 1977 wurde aus dem Museo Nazionale in Neapel ein 4-facher Aureus des Augustus (IMP XV) aus der Zeit 2 oder 3 n. Chr. gestohlen. Dieser Aureus wurde im 18. Jahrhundert in Pompeji gefunden und ist von unzweifelhafter Authentizität. Er ist weltweit das einzige bekannte Exemplar (R 5). Sein Gewicht: 30,88 Gramm. Der Prägeort ist Lugdunum (Lyon).

Der Aureus existierte bereits seit Sulla, um 82 v. Chr.

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, als 1/30 des römischen Pfundes (ca. 327,5 g) also etwa 10,92 g. Unter Pompeius, um 71 v. Chr., wog er nur noch etwa 9,1 g (1/36 Pfd.) und unter Julius Caesar wurde er schon häufiger ausgeprägt, wobei sein Gewicht schon auf etwa 8,19 g, d. h. auf 1/40 (bis 1/42) Pfund abfiel. Mit diesem Gewicht wurde er unter Kaiser Augustus in der Aureus-Denar-As-Münzreform, nach 27 v. Chr., als größtes Münznominal eingereiht; siehe unten. Die neue Währung war anfänglich eine Gold-Silber-Standardwährung (Bimetallismus). Da das Silbergeld zum Goldaureus tendenziell über die Jahrzehnte billiger wurde, verwandelte sich der anfängliche Bimetallismus zum reinen Aureus-Goldstandard, d.h. die Denarii wurden – wie vorher schon die Messing- und Bronzemünzen – praktisch langsam zu Scheidemünzen. Das Münzregal für Aurei und Denarii lag in der Kaiserzeit beim Kaiser und das für Messing- und Bronzemünzen beim Senat.

Die Aurei (auch die Denare und sogar die Scheidemünzen) wurden im Rahmen der allgemein fortschreitenden Münzverschlechterung, beginnend schon mit Nero, im Raugewicht und Feingehalt – anfänglich noch verdeckt – ständig verringert bzw. mit Kupfer als Beilegierung „gestreckt“, um das Raugewicht vorerst noch zu halten. Unter Gallienus war sein Gewicht schon auf etwa 6,12 g abgefallen. Bei den Aurei wurde häufig auch Silber an Stelle oder zusammen mit Kupfer beilegiert, was die Farbe der Münze manchmal dunkler erscheinen lässt. Ursache für diese Währungskrisen waren Kriege und Aufstände innerhalb und außerhalb des Imperiums und den damit verbundenen hohen Geldbedarf für das Militär, das nicht durch das reguläre Steueraufkommen zu bedienen war. Weitere Ursachen waren die aufwendige kaiserliche Hofhaltung und die umfangreichen römischen Baumaßnahmen. Besonders die „privilegierten“ Provinzial- und Militärprägungen aller Nominale weisen größere Schwankungen meist nach „unten“ im Rau- und Feingewicht auf, was ein reiches Betätigungsfeld für die damaligen Geldwechsler und Bankiers auftat. Geldumtauschaktionen nach der Einsetzung eines neuen Kaisers gab es meist nicht, so dass das römische Geld gewöhnlich viele Jahrzehnte umlief. Ein Aureus (25 Denare) war etwa der Monatslohn eines Legionärs unter Kaiser Augustus, so dass man seine damalige Kaufkraft etwa um mindestens 500 € einschätzen kann – unter Berücksichtigung des damaligen Lebensstandards.

Kaiser Konstantin I. ersetzte den Aureus 309 in der westlichen Reichshälfte und 324 in der östlichen Reichshälfte im Rahmen einer Münzreform durch den Solidus. Dieser hatte das neue Sollgewicht von 1/72 des römischen Pfundes also rd. 4,5 g und war bis zur Eroberung von Konstantinopel (1453) über ein Jahrtausend im Umlauf. Nach dem Ende des weströmischen Kaisertums prägten die Herrscher der germanischen Nachfolgereiche zunächst weiter Solidi und etwa bis zur Münzreform unter Kaiser Karl dem Großen, um 800, vor allem 1/3 Solidus (Tremissis). Der Solidus war die spätantike und mittelalterliche „Leitwährung“ für ganz Europas und des Mittelmeerraumes. Siehe dazu auch Schilling, Sou.

Im 3. Jahrhundert v. Chr. gab es (heute sehr seltene) Vorbilder der späteren römischen Aurei, die süditalienischen halben und einfachen Gold- Stater nach griechischem Typus zu 3 (3,41 g) bzw. 6 (6,82 g) Scripula (Skrupel). Deren wertmäßige Einordnung in das damals dominante römische bronzene As-Uncia-Währungssystem bzw. in das südlichere, italienisch-sizilianische Drachmen-Litra-System ist heute sehr schwierig. Weiterhin gab es wohl noch direkte Vorläufer des Aureus, die wahrscheinlich schon in Rom geprägten 20-, 40- und 60-As-Notgoldmünzen der sog. „Adler-Serie“. Diese wurden um 211 v. Chr. etwa zeitgleich in geringer Anzahl – mangels Münzsilber – parallel zur Denar-Einführung geprägt.

Allgemein kann gesagt werden, dass eine „jahrgenaue“ Bestimmung aller frühen römischen und griechischen Münznominale und deren Münzstätten mangels meist nur weniger Schriftzeichen auf den Münzen sehr schwierig ist und daher noch weiterer Forschung bedarf. Echte Aurei in guter Erhaltung sind heute selten und erzielen deshalb sehr hohe Sammlerpreise.

1993 wurde in der Trierer Feldstraße der weltweit größte römische Goldschatz gefunden. Er umfasste 2650 Aurei (18,5 kg) aus dem ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr. Der Schatz ist heute im Rheinischen Landesmuseum Trier ausgestellt.

Ab Münzreform unter Diokletian, um 295 n. Chr.

Die Bewertung des Argenteus, des Follis, des Antoninians und der Siliqua in einer Nominalreihung zum Aureus (Solidus) besonders nach Diokletian ist heute sehr schwierig, da auf Grund inflationärer Prozesse ab dem 3. Jahrhundert die Rau- und Feingewichte der unedlen Kleinmünzen – trotz einiger aufwertender Zwischenreformen – tendenziell ständig sanken … Man könnte hier von Parallelwährungen sprechen, wo besonders beim Großeinkauf der Kaufleute untereinander vorher genau der Geldkurs verschiedener Nominale abgesprochen wurde und wie die Bezahlung mit Gold-, Silber- oder Bronzegeld in der Praxis dann erfolgen sollte. Von einer staatlichen Umtauschgarantie von einer bestimmten Summe Kredit- oder Scheidegeld in Wert- oder Kurantgeld (Aurei) kann in den unsicheren, spätrömischen Zeiten nicht mehr gesprochen werden. In dieser Zeit nahm auch der Naturaltausch im Kleinhandel wieder stark zu.

Solche Geldverfallsprozesse wiederholten sich dann im Mittelalter bis in die späte Neuzeit insbesondere in Kriegszeiten und drückten sich dann in solchen Begriffen, wie z. B. „Guter, Leichter oder Schwerer Pfennig / Groschen“ aus. Siehe auch Kipper- und Wipperzeit.

Die damaligen Geldwechsler legten dann den Geldkurs zum Aureus (Solidus), der ihnen präsentierten Kleinmünzen, ganz genau anhand von Gewicht und Münzbild sowie ihren Profitvorstellungen fest. Spätrömische, gesetzliche Festlegungen der Münzkurse verschiedener Nominale zueinander hatten daher in der Praxis nur begrenzte Bedeutung. Ebenso waren kaiserliche Preis- und Lohnfestlegungen nur noch sehr zeitlich und territorial beschränkt durchsetzbar. Hinzu kommt noch, dass spätrömische Kupferprägungen auch schon damals sehr gern gefälscht wurden …

Siehe auch Solidus, Tremissis, Multipla, Siliqua.

Monika Dahlberg

Monika Dahlberg (* 30

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. April 1936 in Pommern als Rosemarie Rödelberger) ist eine deutsche Schauspielerin und Sängerin.

Monika Dahlberg ist die Schwester des verstorbenen Musikers, Produzenten, Komponisten und Arrangeurs Wolfgang Rödelberger.

Sie absolvierte eine Ausbildung als Opernsängerin und Schauspielerin in Kiel. Im Jahr 1954 gab sie als Papagena in einer Aufführung der Zauberflöte ihr Bühnendebüt am Kieler Stadttheater. Dort war sie bis 1957 engagiert. In diesem Jahr unterzeichnete sie bei der Constantin Film einen Dreijahresvertrag.

Monika Dahlberg spielte in vielen Heimatfilmen und Filmkomödien mit, unter anderem 1975 in Der Edelweißkönig. In den Filmen der Serie Die Lümmel von der ersten Bank war sie die oft überforderte Schulsekretärin Fräulein Weidt, in dem pseudo-aufklärerischen Sexfilm Mädchen beim Frauenarzt spielte sie die Arzthelferin.

Sie war bei den Filmen Mary Poppins und My Fair Lady als Synchronsprecherin tätig. Auf der Bühne verkörperte sie selbst über tausend Mal die Eliza Doolittle im Musical My Fair Lady

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. Sie gab als freischaffende Künstlerin an zahlreichen Theatern Gastspiele, vornehmlich in München, und trat in Konzerten als Interpretin klassischer und volkstümlicher Gesänge auf.

Ab 1960 war Monika Dahlberg oft im Fernsehen vertreten, und zwar sowohl in Musiksendungen als auch Fernsehspielen, wie zum Beispiel neben Erwin Linder und Kurt Großkurth in der Komödie Der fröhliche Weinberg von Carl Zuckmayer. Auch in der Serie Zum Stanglwirt war sie öfter zu sehen. Im Komödienstadel hatte sie mehrere Auftritte. Von 1992 bis 1993 trat sie in der RTL-Serie Ein Schloß am Wörthersee auf, wo sie die Frau von Leo Laxeneder (Helmut Fischer) spielte. Heute ist sie noch ab und zu beim Chiemgauer Volkstheater zu sehen.

Monika Dahlberg war mit dem Schauspielerkollegen Klaus Kindler verheiratet; sie lebt in Benediktbeuern

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Liste der Abgeordneten zum Wiener Landtag und Mitglieder des Wiener Gemeinderats (20. Wahlperiode)

Diese Liste der Mitglieder des 20. Wiener Landtags und Gemeinderats listet alle Abgeordneten zum Wiener Landtag und Gemeinderat in der 20. Wahlperiode (2015 bis 2020) auf.

Von den 100 Mandaten entfielen nach der Wiener Landtags- und Gemeinderatswahlen 2015 44 auf die Sozialdemokratische Partei Österreichs, 34 auf die Freiheitliche Partei Österreichs, 7 auf die Österreichische Volkspartei und 10 auf Die Grünen Wien. Erstmals konnten auch die NEOS in den Landtag einziehen, die 5 Abgeordnete stellen.

37 Abgeordnete sind Frauen, was bei 100 Mandataren einem Frauenanteil von 37 Prozent entspricht. Dabei stellen die SPÖ 19 Mandatarinnen, die FPÖ 7, die Grünen 5, die ÖVP 4 und die NEOS 2. Rund 57 Prozent der ÖVP-Mandatare sind Frauen; bei den GRÜNEN sind es rund 50 Prozent, bei der SPÖ 43 Prozent, bei den NEOS 40 Prozent und bei der FPÖ rund 21 Prozent.

Die Wahlperiode begann mit der Angelobung des Landtags und Gemeinderates am 24. November 2015, in der ersten Landtagssitzung wurde zudem mit der Landesregierung Häupl VI die Rot-grüne Koalition bestätigt.

Harry Kopietz wurde mit 58 Stimmen als Erster Landtagspräsident wiedergewählt. Als neue Zweite Landtagspräsidentin wurde die bisherige nicht amtsführende Stadträtin Veronika Matiasek (FPÖ) mit 41 Stimmen gewählt, diese löste Johann Herzog (FPÖ) in dieser Funktion ab. Zum Dritten Landtagspräsidenten wurde Martin Margulies (Grüne) mit 51 Stimmen gewählt, welcher Marianne Klicka (SPÖ) in dieser Funktion nachfolgte.

Bei der SPÖ wurde der bisherige Stadtrat Christian Oxonitsch am 18. November 2015 zum neuen Klubchef des SPÖ-Landtagsklubs gewählt. Er löste in dieser Funktion Rudolf Schicker ab. Der nach der Wahl als Obmann der Wiener ÖVP zurückgetretene Manfred Juraczka schied als nicht amtsführender Stadtrat aus und wurde neuer ÖVP-Klubobmann; diese Funktion soll er nach der Hälfte der Legislaturperiode an die neu in den Gemeinderat eingezogene Elisabeth Olischar übergeben. Juraczka folgte in dieser Funktion Fritz Aichinger nach. Bei der FPÖ wurde Dominik Nepp als Nachfolger von Johann Gudenus neuer Klubobmann, Klubchefin der erstmals in den Wiener Landtag eingezogenen NEOS wurde Beate Meinl-Reisinger, bei den Grünen behielt David Ellensohn die Funktion des Klubobmanns.

Erste Republik: Prov. Gemeinderat (1918–1919) | 1. WP (1919–1923) | 2. WP (1923–1927) | 3. WP (1927–1932) | 4. WP (1932–1934)

Zweite Republik: 5. WP (1945–1949) | 6. WP (1949–1954) | 7. WP (1954–1959) | 8. WP (1959–1964) | 9. WP (1964–1969) | 10. WP (1969–1973) | 11. WP (1973–1978) | 12. WP (1978–1983) | 13. WP (1983–1987) | 14. WP (1987–1991) | 15. WP (1991–1996) | 16. WP (1996–2001) | 17. WP (2001–2005) | 18. WP (2005–2010) | 19. WP (2010–2015) | 20. WP (ab 2015)

Burgenland (21. GP) • Kärnten (31. GP) • Niederösterreich (18. GP)&nbsp

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;• Oberösterreich (28. GP) • Salzburg (15. GP)&nbsp mcm taschen sale;• Steiermark (17. GP) • Tirol (16. GP) • Vorarlberg (30. GP) • Wien (20. WP)

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